Ganz oder gar nicht?

Dieses Mal überrasche ich mit einem nicht klassischen Blogthema und vertreibe damit hoffentlich nicht meine neu gewonnenen Leser. Doch es geht mir etwas im Kopf herum und das würde ich gerne teilen.

Entweder jeden Tag auf die Matte oder gar nicht. Entweder Kaffee schwarz oder gar nicht mehr. Sport ja, aber wenn dann schon regelmäßig. Vertrage ich das Lebensmittel ja oder nein? Ganz einfach festzustellen, indem man es komplett weglässt. Ganz oder gar nicht eben. Geht das?

Klar geht das, wenn man Prioritäten setzt. Was bist du dir selbst wert? Aha, soviel also?! Na dann kann das ja nichts werden. Du willst das wirklich erreichen? Ehrlich? Ist das dein Ziel?! Ja? Warum tust du dann nicht alles dafür?

Diese Moralapostel hopsen in meinem Gehirn wie auf einem Minitrampolin hoch und runter. Mal schwebt der eine, dann hat der andere Bodenhaftung und Gewicht, dann der andere. Der Verstand springt immer mit dem einen mit. Der Schweinehund hängt sich an den anderen dran.

Genau dazwischen, in diesem Mini-Moment, wo beide kurz ruhig sind, da rührt sich die innere Stimme, die gute Seele, die Mutternatur und spricht: „Beginne klein, mache einfach stetig. Alles wird kommen.“

In nächsten Moment setzt Moralapostel Nummer 1 wieder zum Absprung an und dieser Hauch von Sinnhaftigkeit durch die innere Stimme verschwindet unter die Sprungfedern.

Ach und so geht es hin- und her, bislang völlig unabhängig davon wie viele buddhistische Lektüren oder Yogasutren ich schon gelesen, gesungen oder getanzt habe.

Klar sehe ich das und weiß es natürlich auch (besser), wenn ich frisch aus meiner Meditation zurückkehre. Aber warum klappt es nicht wenn ich in der Situation bin?

Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann spricht dich das Thema an und du kannst damit vermutlich was anfangen bzw. steckst auch manchmal zwischen den guten Absichten und dem treuen Schweinehund?!

Ich kann dir nicht sagen, wie du es besser lösen kannst, außer durch hinsetzen, still werden und neugierig beobachten, welche Geistesblitze dir aus dem Herzen schießen und dabei stetig „bewusster“ darin zu werden, nicht einfach impulsiv zu reagieren mit der auferlegten Moralvorstellung „entweder ganz oder gar nicht“, sondern bewusst und achtsam zu agieren, in dem Rahmen, der dir gerade möglich ist.

Oft braucht es aber noch den letzten Funken, der überspringen muss und mir hilft hier manchmal das passende „Wording“.

Kennst du das, wenn du ein Buch liest zu einem Thema, ein Autor von vielen spricht dich an, weil er deine Sprache spricht, ein anderer überhaupt nicht, obwohl der Inhalt derselbe ist?! Beim Vertretungslehrer Mathe hast du es endlich verstanden, aber dein Mathelehrer kann es dir mit noch so viel Geduld nicht plausibel machen? Das nennt man auch „Wording“. Manchmal muss man da ewig drauf warten, manchmal einfach LOS LASSEN.

Als Resonanz auf meinen Blog zum Thema LOS LASSEN bekam ich genau die Antwort, die ich gebraucht habe, ohne sie einzufordern, denn ich hatte ja losgelassen :). Ich bekam genau das Wording, dass ich gebraucht habe und ich finde es genial! Für mich passt es, vielleicht kannst du für dich was passenderes finden? Hier kommt meins:

In dem Actionfilm Equalizer mit Denzel Washington übernimmt dieser kurzfristig die Rolle eines Coach und hilft seinem Schützling dabei auch ein Actionheld zu werden. Dabei steht auch die Ernährungsumstellung auf dem Programm. So ganz gelingen will dem kleinen Helden das noch nicht und er begeht eine kleine Ernährungssünde, die Denzel knapp und verständnisvoll kommentiert mit

Fortschritt – nicht Perfektion.“

Das finde ich genial. Kurz und knapp und genau meine Wort-Bild-Sprache :).

Kennst du so etwas? Tausendmal gehört, tausendmal ist nichts passiert und dann hat es Zoom gemacht a´ la Grönemeyer, weil es jemand einfach und anders gesagt hat?!

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